Logo Begriffe und Methoden nachschlagen

Definition von Leistungsempfänger, Rechnungsempfänger, Niederlassung, Betriebsstätte

Im Umsatz- bzw. Mehrwertsteuerrecht wird immer wieder auf den Leistungsempfänger verwiesen. Gerade bei der Ausstellung von Rechnungen ist dann auch immer wieder die Unterscheidung zwischen der Anschrift des Leistungsempfängers und des Rechnungsempfängers sowie der Lieferanschrift zu treffen. Daher muss ein Buchhalter auch die Definition und den Unterschied zwischen diesen Begriffen kennen.

  • Leistungsempfänger: Der Leistungsempfänger ist der Privatkunde oder die rechtlich selbständige Organisation, die eine Leistung beauftragt und bestimmt. Sie ist rechtlich die Person oder Organisation, die auf die Erbringung einer Leistung einen Anspruch hat und diese im Zweifel auch einklagen kann. Der Leistungsempfänger ist auch die Organisation, bei der bzw. für die eine Rechnung verbucht wird und welche die Vorsteuer abziehen darf.
  • Rechnungsempfänger: Der Rechnungsempfänger ist die Person oder Organisation, welche die Rechnung erhält. Dies ist teilweise die Muttergesellschaft des Leistungsempfängers, wenn bspw. die Buchhaltung zentral durchgeführt wird. Dies kann aber auch ein drittes Unternehmen sein, wenn die Buchhaltung ausgelagert wurde.
  • Lieferempfänger: Ein Lieferempfänger ist die Person oder Organisation, die eine Lieferung oder Leistung entgegennimmt. Neben dem Leistungsempfänger kann dies auch ein Lager, ein Spediteur oder auch ein Kunde des Leistungsempfängers sein.

Die Unterscheidung in diese drei Empfängertypen ist insoweit wichtig, als dass der Leistungsempfänger zwingend auf der Rechnung stehen muss, wenn der Kunde die Vorsteuer abziehen möchte. Ein Buchhalter sollte also unbedingt auf die Angabe des Leistungsempfängers achten. Der Rechnungsempfänger muss nicht unbedingt auf der Rechnung stehen. Es reicht, wenn dieser auf dem Umschlag steht, sofern die Rechnung nicht ohnehin per E-Mail oder EDI versandt wird. Die Lieferanschrift sollte wiederum auf dem Lieferschein stehen, damit der Spediteur oder Transporteur weiß, wo die Ware abgeliefert werden soll.

Ein Leistungsempfänger kann wiederum nur ein Unternehmen sein. Niederlassungen, Filialen, Repräsentanzen und ähnliches können nicht eigenständig Rechtsgeschäfte eingehen. Ist also der Bestellende eine Zweigniederlassung, kann die Anschrift der Niederlassung zwar als Lieferanschrift und Rechnungsanschrift erfasst werden. Es muss jedoch auch immer die Anschrift der Hauptniederlassung mit angegeben werden, weil nur diese auch ein Leistungsempfänger sein kann. Wer dies wiederum ist, muss im Zweifel die Buchhaltung des Kunden angeben können, weil diese wissen muss, wo eine Rechnung verbucht werden muss.