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Verbrauchs­folgeverfahren der Lagerbestands­bewertung FiFo, LiFo, HiFo, LoFo, KiFo und KiLo

Ein Variante zur Vereinfachung der Bewertung von Lagerbeständen sind die Verbrauchsfolge verfahren. Hierbei wird jeweils eine Annahme getroffen, in welcher Reihenfolge die Lagerbestände wieder verlassen. Dazu werden zu den einkauften Artikeln jeweils die Einkaufspreise und gegebenenfalls die Zeitpunkte des Zugangs zum Lager in den Verwaltungssystemen behalten. Bei der Entnahme des jeweiligen Artikels wird jedoch nicht weiter betrachtet, wann und zu welchem Preis exakt dieser jeweilige Artikel in Lager gebracht wurde, sondern die Bewertung erfolgt unabhängig davon nach einer festen Regel. Die genaue Zuordnung ist typischerweise bei der Anwendung dieser Verfahren auch gar nicht möglich. Die Artikel liegen meist in großen Mengen auf Lager, sind kleinteilig, flüssig oder gasförmig. In diesen Fällen können die entnommenen Gegenstände oder Stoffe mit den Verbrauchs­folgeverfahren bewertet werden. Diese sind nachfolgend dargestellt. In Deutschland sind momentan nur die Verbrauchs­folgeverfahren FiFo und LiFo in der Handelsbilanz (§ 256 HGB) und nur das Verbrauchs­folgeverfahren LiFo in der Steuerbilanz (§ 6 Abs. 1 Nr. 2a EStG) zulässig. In Österreich sind es FiFo und Lifo in der Handelsbilanz (§ 209 Abs. 2 UGB).

Damit ein Verbrauchsfolgeverfahren überhaupt angewendet werden kann, benötigt man ein Waren­wirtschafts­system, das in der Lage ist, historische Einkaufspreise, Einkaufsmengen und Entnahmemengen zu verwalten. Gerade beim Verfahren Last In - First Out kann es passieren, dass der älteste Waren­zugang dauerhaft erhalten bleibt, wenn kontinuierlich ein Bestand vorhanden ist. Das Prinzip First In - First Out ist das verbreitetste Verbrauchs­folge­verfahren in den Waren­wirtschafts­systemen, da dies den typischen Lagerungs­prinzipien entspricht. Die ältesten Bestände bzw. die Bestände, deren Haltbarkeit als nächstes abläuft, werden zuerst verbraucht.

in der Schweiz In der Schweiz gibt es nach dem OR keine Einschränkung bei der Folgebewertung von Vorräten, sofern die ursprünglichen Anschaffungs- und Herstellungskosten nicht überschritten werden. Wird IFRS verwendet, werden die Verbrauchs­folgeverfahren FiFo und LiFo als mögliche Verfahren genannt (siehe Swiss GAAP FER 17 Vorräte).