Logo Begriffe und Methoden nachschlagen

Beispiele zu Ertrag, Leistung/ Erlös, Einnahme und Einzahlung

In den nachfolgenden Beispielen werden die Unterschiede zwischen den Begriffen „Ertrag“, „Erlös“ bzw. „Leistung“, „Einnahme“ und „Einzahlung“ nochmals dargestellt. Wir werden dabei auch Beispiele zeigen, die beispielsweise eine Einzahlung aber keinen Erlös darstellen. Dies widerspricht scheinbar der Erläuterung, dass die Einzahlung ein Bestandteil des Erlöses ist. Zur Einzahlung beispielsweise zum Ausgleich einer offenen Rechnung gehört aber auch ein Verkauf von Waren, durch den diese Rechnung erstellt wurde und der den zugehörigen Erlös darstellt. Die Produktion der verkauften Waren gehört ebenfalls dazu, wodurch wiederum ein Teil des Ertrags entsteht.

Ausnahmen zur reinen Lehre

Es wird einzelne Beispiele geben, die dem dargestellten Zusammenhang zwischen Ertrag, Erlös, Einnahme und Aufwand tatsächlich widersprechen. Beispielsweise kann der Verkauf eines Fahrzeuges gegen Bargeld durch ein Unternehmen, das keine Fahrzeuge produziert, zwar eine Einzahlung und einen Ertrag darstellen, aber keinen Erlös. Der Verkauf des Fahrzeuges ist keine normale betriebliche Tätigkeit. Dem Bargeld, das eingenommen wird, wird man später aber nicht ansehen, ob es aus einer betrieblichen Tätigkeit stammt oder nicht, sondern es wird in der normalen betrieblichen Tätigkeit mit verwendet werden. Bei solchen Ausnahmefällen passt die reine Lehre nicht oder nur bedingt. Sollte man diesen wenigen Fällen begegnen, kann man notfalls die Unterschiede erläutern. In der großen Masse der Fälle stimmt die reine Lehre aber, jeder weiß sofort, was mit den Begriffen gemeint ist, ohne dass sie erläutert werden müssen und darüber hinaus trägt die reine Lehre, welche auf die verschiedenen kleinen Ausnahmen verzichtet, zu einem besseren Verständnis der komplexen Realität bei. Die reine Lehre stimmt in den allermeisten Fällen also schon.

Die Beispiele

Ein Bäcker hatte Aktien gekauft und verkauft sie nun mit Gewinn.

ErtragErlösEin­nahmeEin­zahlung
× ××

Begründung: Aktienhandel ist keine betriebliche Tätigkeit einer Bäckerei. Das eingenommene Geld fließt aber in das Geldvermögen des Unternehmens und kann in der normalen betrieblichen Tätigkeit verwendet werden.


Ein Bäcker verkauft seine alte, schon abgeschrie­bene Knet­maschine auf Rechnung.

ErtragErlösEin­nahmeEin­zahlung
× × 

Begründung: Eine Knet­maschine wird für die Produktion genutzt, gehört also zum betrieblichen Vermögen. Der Verkauf von Knetmaschinen ist aber kein typisches Geschäft eines Bäckers.


Verkauf von Waren auf Ratenzahlung mit einer Tilgungszeit von über einen Jahr.

ErtragErlösEin­nahmeEin­zahlung
××  

Begründung: Der Erlös ist erzielt, denn im Zweifel kann man das Geld nun einklagen. Dass der Kunde eventuell nicht zahlen kann, ist erst einmal ohne Bedeutung. Sollte dieser Fall aber eintreten, sind andere Buchungen notwendig. Aber auch wenn der Erlös nun zwar da ist, ist er aber mindestens bis zum nächsten Jahres­abschluss noch nicht eingenommen, da man länger als ein Jahr auf die Bezahlung wartet.


Die erste Rate wird fällig.

ErtragErlösEin­nahmeEin­zahlung
  × 

Begründung: Der Erlös ist nun auch eingenommen, da das Geld in Kürze eintreffen muss. Der Ertrag und der Erlös selbst entstanden aber schon mit dem Verkauf.


Die erste Rate wird bezahlt.

ErtragErlösEin­nahmeEin­zahlung
   ×

Begründung: In Höhe der Rate ist die Einzahlung erfolgt. Die Einnahme entstand schon mit Fälligkeit der Rate.


Verkauf von Waren auf Rechnung

ErtragErlösEin­nahmeEin­zahlung
××× 

Begründung: Die Einnahme ist erfolgt, da das Geld nun in weniger als einem Jahr, und wir nehmen an: Vor dem Jahresabschluss, eintreffen muss sowie im Zweifel einklagbar ist.


Die Rechnung wird per Scheck bezahlt.

ErtragErlösEin­nahmeEin­zahlung
   ×

Begründung: Der Scheck zählt als Zahlungsmitteläquivalent und damit zu den liquiden Mitteln. Grundsätzlich kann der Unternehmer zur nächsten Bank gehen und das Geld geben lassen. Er könnte damit auch eine Rechnung bezahlen, denn das Geld bekommt der, der den Scheck zu Bank bringt.


Der Firmeninhaber überweist Geld aus seinem privaten Vermögen auf das Firmenkonto.

ErtragErlösEin­nahmeEin­zahlung
  ××

Begründung: Dies ist kein Ertrag, sondern eine Kapitalerhöhung. Das Unternehmen hat das Geld nicht „erwirtschaftet“. Es ist aber sowohl eine Einnahme als auch ein Einzahlung.




Sponsern des örtlichen Fußballvereins durch einen Automobil­zulieferer.

Auf­wandKostenAus­gabeAus­zahlung
× ××

Begründung: Der Fußballverein gehört nicht zur betrieblichen Tätigkeit. Das Spon­soring des örtlichen Fußballvereins ist eher mit Spenden vergleich­bar, da die Fabrik durch Werbung auf den Trikots nicht mehr an die Auto­bauer verkaufen wird als ohne. Darum ist es ein Aufwand aber keine Kosten. Ist die Zahlung vertraglich vereinbart oder zugesagt, ist es jedoch auch eine Ausgabe. Bei der Überweisung wird es zur Auszahlung. Eventuell kann man noch die Werbung auf den Trikots als betrieblich bedingt definieren, wenn bspw. die örtliche Sparkasse oder der nahege­legene Baumarkt wirbt, womit dann Werbe­aufwand und damit Werbe­kosten entstehen würden. Das ist aber im Einzelfall zu klären.


Zahlung der Dividende

Auf­wandKostenAus­gabeAus­zahlung
  ××

Begründung: Die Dividende ist kein Aufwand und keine Kosten, sondern lediglich eine Verteilung des Gewinns an die Eigentümer. Jedoch entsteht mit der Zusage der Dividende eine Ausgabe und bei der Zahlung eine Auszahlung.


Die Belegschaft arbeitet.

Auf­wandKostenAus­gabeAus­zahlung
××  

Begründung: Dafür erhalten die Mitarbeiter Lohn und können ihn im Zweifel auch einklagen. Der Anspruch entsteht auch schon in dem Moment, in dem die Leistung erbracht wird.


Die Bäckerei kauft eine Knetmaschine und erhält eine Rechnung.

Auf­wandKostenAus­gabeAus­zahlung
  × 

Begründung: Dies stellt eine Investition dar. Der Aufwand und die Kosten entstehen erst mit der Abschreibung. Durch die Rechnung, die mit hoher Wahrscheinlichkeit noch in dieser Geschäftsperiode beglichen wird, entsteht eine Ausgabe. Die Auszahlung erfolgt aber erst, wenn die Rechnung tatsächlich bezahlt wird.


Die Rechnung für die gekaufte Knetmaschine wird beglichen.

Auf­wandKostenAus­gabeAus­zahlung
   ×

Begründung: Jetzt erfolgt die Auszahlung des Geldes für die Investition. Die Ausgabe war schon mit Erhalt der Rechnung erfolgt. Der Aufwand und die Kosten werden erst entstehen, wenn die Maschine abgeschrieben wird.


Eine Knetmaschine in einer Bäckerei altert.

Auf­wandKostenAus­gabeAus­zahlung
××  

Begründung: Die Maschine verliert an Wert. Die Abnutzung ist betrieblich bedingt. Dafür erfolgt permanent Abschreibungs­aufwand.


Waren werden auf Ratenzahlung mit einer Tilgungszeit von länger als einem Jahr gekauft.

Auf­wandKostenAus­gabeAus­zahlung
××  

Begründung: Der fällige Betrag ist ein Aufwand, er ist einklagbar, auf die Ausgabe des Geldes hat aber noch Zeit und erfolgt erst nach dem Jahresabschluss.


Die erste Rate wird fällig.

Auf­wandKostenAus­gabeAus­zahlung
  × 

Begründung: Eine Auszahlung steht bevor, damit ist die Ausgabe nun erfolgt. Der Aufwand und die Kosten waren schon beim Kauf entstanden.


Die Rate wird überwiesen.

Auf­wandKostenAus­gabeAus­zahlung
   ×

Begründung: Die Auszahlung ist erfolgt. Aufwand und Kosten waren im Zeitpunkt des Kaufes entstanden, die Ausgabe mit der Fälligkeit der Rate.


Rohstoffe werden gekauft und eine Rechnung trifft ein.

Auf­wandKostenAus­gabeAus­zahlung
××× 

Begründung: Der fällige Kaufpreis steht nun dem Lieferanten zu. Die Rechnung sollte auch innerhalb eines Jahres bezahlt werden. Wir nehmen auch an, dass dies noch vor dem Jahresabschluss geschieht und somit noch in die laufende Geschäftsperiode gehört.


Die Rechnung des Lieferanten wird beglichen.

Auf­wandKostenAus­gabeAus­zahlung
   ×

Begründung: Die Auszahlung erfolgt. Aufwand, Kosten und Ausgabe sind schon mit dem Kauf entstanden.