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Net Working Capital - Beispiel 7: Senkung der Investitionstätigkeit

Als weitere Maßnahme zur Reaktion auf die schwierige Marktsituation werden nun Investitionen verschoben.

Bilanz - Senkung der Investitionen:
AktivaPassiva
Anlagevermögen880Eigenkapital400
UmlaufvermögenFremdkapital
Vorräte500Rückstellungen350
Forderungen (LuL)280Darlehen500
sonstige Forderungen210kfr. Verb. ggü. Kreditinstituten150
Zahlungsmittel370
erhaltene Anzahlungen50
Verbindlichkeiten (LuL) 190
sonstige Verbindlichkeiten600
2.2402.240

Solche Maßnahmen werden in schwierigen finanziellen Situationen gern genutzt, um Ausgaben zu sparen und sogar um Kosten zu senken. Dabei wird meistens nicht bedacht bzw. unterschätzt, welche Kosten dadurch entstehen. Sehr viele Anlagen und Geräte werden mit zunehmenden Alter immer wartungsintensiver und der zunehmende Verschleiß zeigt seine Wirkung. Die Geräte und Anlagen gehen häufiger kaputt und fallen aus. Jetzt nehmen wir an, die Anlagen und Geräte die nicht ausgetauscht werden, hätten zum 1. Januar ersetzt werden sollen und die alten Anlagen und Geräte wurde im letzten Jahr vollständig abge­schrie­ben. Dadurch sparen wir Abschreibungen, in unserem Beispiel in Höhe von 20 G.

Gewinn- und Verlustrechnung -
Senkung der Investitionen:
+Umsatzerlöse2.250
+Bestandsveränderungen0
-Materialaufwand840
-Personalaufwand990
-andere Aufwendungen140
-Abschreibungen180
-Zinsen40
=Jahresüberschuss60

Da nun aber keine Kosten gesenkt werden sollten, wird dieser Betrag für neue Auszubildende ausgegeben. Auf die Einstellung neuer Auszubildenden war im Beispiel der Aufnahme kurzfristiger Darlehen bei der Bank verzichtet worden, bzw. war dies ausgesetzt worden.

Kennzahlen:
Working Capital370
Net Working Capital0
Liquidität 3. Grades137 %
Eigenkapitalquote18 %
Eigenkapitalrendite15 %
Gesamtkapitalredite4,5 %
Umsatzrendite2,7 %

WC / Umlauf­vermögen27 %
Δ Net Working Capital0
Cash Flow nach Dividente170

In diesem Beispiel sind zwei Positionen in der Bilanz betroffen, die nicht in der Berechnung des Net Working Capitals enthalten sind. Das Net Working Capital bleibt daher zum vorhergehenden Beispiel konstant, während das Working Capital auf 370 G ansteigt. Die Liquidität 3. Grades ist auf 137 % deutlich angestiegen. Durch die fehlenden Investitionen steht nun mehr Geld zur Verfügung. Insgesamt steht damit das Unternehmen finanziell gut da. Allerdings geht dies zu Lasten der Substanz des Unternehmens. Die ursprünglich angedachten Ersatzinvestitionen waren aus gutem Grund für diesen Zeitpunkt eingeplant und die Entscheidung, diese zu verschieben ist nur aus der finanziellen Situation heraus getroffen worden und nicht auf Basis des Zustandes der zu ersetzenden Anlagen und Geräte.